Reisen

Hej! Unser Roadtrip mit Kleinkind durch Dänemark

So, Sommerpause is vorbei, wa! Wir sind wieder zurück in Berlin, eine ganze Weile sogar, aber ich komme mal wieder zu nüscht. Keine Ahnung, ob alle anderen bloggenden Muttis arbeitslos sind, oder eine Nanny haben, oder nachts schreiben, anstatt zu schlafen. Aber ich bin auf der Arbeit ein wenig mit den Stunden hochgegangen und gleichzeitig hat der Dicke beschlossen, dass Schlafen total langweilig ist. Ich bin also ziemlich am Anschlag und versuche im Moment nur irgendwie die Woche rumzukriegen. Aber zwischendurch nehme ich mir ein bisschen Zeit und setze die Prioritäten aufs Schreiben statt auf den Haushalt (nein nein, das ist keine Prokrastination, das ist Selbstfürsorge!), weil ich hier endlich mal ein paar Inspirationen zu unserem Dänemark-Roadtrip raushauen will.

So richtig angekommen in Berlin fühlte ich mich nach der Rückkehr lange nicht und hing anfangs gedanklich noch in unserem letzten Reiseziel, Kopenhagen, fest. Wir hatten viel zu wenig Zeit dort – auch wenn es schon mein drittes Mal da war, aber HALLO: Kopenhagen! Leider hat uns das schlechte Wetter 1,5 Tage geklaut, in denen wir überwiegend mit dem Dicken im Haus gespielt haben. Welches allerdings riesig war, superschön eingerichtet und vollgestopft mit tollem Spielzeug. Und das alles umsonst!

Tauschhaus Kopenhagen

Die dänische Familie kommt dann im Herbst zu uns, wenn wir gerade in der Heimat sind. Genau wie die aus Aarhus. Eine tolle Erfahrung mit dem Wohnungstausch, das werden wir wohl wieder machen. Ich finde es insgesamt ein wunderbares Konzept: Es spart nicht nur Geld, im besten Fall (wenn man mit einer anderen Familie tauscht) ist die Wohnung bzw. das Haus total kindgerecht (Hochstuhl, Kinderbettchen, Spielsachen etc.), man lebt wie die Locals, kriegt noch tolle Insidertipps und jede Menge Vertrauen entgegengebracht. Schließlich lässt dich jemand, der dich null kennt, in seinem zu Hause wohnen! Es macht einfach Sinn: Wir wollen da hin, die wollen hier hin, und als Familie muss man auch immer die Finanzen beim Reisen im Blick behalten. Also eine win-win-Situation.

Ich will hier aber nicht nur Rosamunde-Pilcher-mäßig von unserem Urlaub schreiben, der streckenweise auch echt anstrengend war. Das Loskommen war schon die erste Herausforderung: Neben Familienbesuch, Job und Alltag noch alles für die Reise zu organisieren, zu packen und (puuuh!) die Wohnung für andere Familien auf Vordermann zu bringen. Dann hat die starke Erkältung des Dicken den ganzen Trip über für unruhige Nächte gesorgt. Und wir (mein Mann schreit aus dem Off: DU!) wollen anscheinend immer noch nicht glauben, dass ein Roadtrip mit Kind eine Herausforderung ist, mit immer wieder ein- und auspacken. Aber eben auch so unheimlich inspirierend! Weil man viele verschiedene Orte sieht anstatt nur einen (und ein Camper/Wohnmobil war uns leider zu teuer).

Außerdem ist die Schwelle meines Mannes, was er als anstrengend empfindet, auch unnormal niedrig. Zum Beispiel schmiert er sich keine Butter aufs Brot, weil ihm das zu anstrengend ist. Ohne Witz. Lieber würgt er sich das knochentrockene Ding runter, als den Aufwand des Butter-Drauf-Streichens zu betreiben. Dementsprechend nehme ich seine Beschwerden prinzipiell nur so semi-ernst. Trotzdem sind wir uns einig, dass wir in Zukunft (nach Roadtrips mit Baby durch Zypern, Israel und nun Dänemark) wohl doch erstmal eine Basis bevorzugen (sehr gern auch wieder zum 100. Mal Haarlem oder Kopenhagen, oh ihr perfekten, idyllischen, hippen, gemütlichen, überschaubaren, fahrradfreundlichen, mit schönen und netten Menschen besiedelten Städtchen am Meer!), um dann von da ganz klassisch Tagesausflüge zu machen, damit es (vor allem mir) nicht zu langweilig wird. Denn die Vorstellung ist schon irgendwie verlockend, nur ein Mal aus- und wieder einzupacken. Hilft bestimmt beim Entschleunigen und Erholen.

Aber zurück zu unserem Trip: Wir sind über das schöne Lübeck zunächst nach Aarhus gefahren. Bis auf die eine Nacht im wunderschönen Lübeck in einer mittelmäßigen Jugendherberge sowie die ganz groben Daten für die Tauschhäuser hatten wir im Vorfeld nichts weiter gebucht.

Der Plan war: Dänische Ostküste hoch, mit der Fähre rüber nach Schweden, schwedische Westküste wieder runter, bei Malmö über die Brücke nach Kopenhagen. Mangels guter und bezahlbarer Unterkunft in Göteborg und wegen unverschämt hoher Fährpreise haben wir unsere Schwedenpläne kurzerhand über den Haufen geworfen, dafür ein traumhaftes Strandhäuschen an der dänischen Küste gefunden, die Zeit bis dahin noch in einer überraschend guten Jugendherberge (mit Bio-Frühstück und selbstgebackenem Brot!) nördlich von Kopenhagen überbrückt und die Reise in der dänischen Hauptstadt abgeschlossen. Zurück ging’s in einem Rutsch, mit der Fähre von Gedser nach Rostock. Wir haben ansonsten immer versucht, die Mittagsschlafenszeiten des Dicken zu nutzen und nicht mehr als drei oder vier Stunden am Stück zu fahren, was meist gut geklappt hat.

Hier ein paar Inspirationen für mein Herzensfleckchen Dänemark – starten wir chronologisch, also mit Aarhus:

Wie das so ist im Urlaub mit Kind – ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, in Aarhus das ARoS Museum mit dem berühmten Regenbogen-Panorama-Rundgang-Dingens oben auf dem Dach zu besuchen, weil es auch gar nicht weit von unserem Haus lag. Na ja, zumindest haben wir es zu dem Wal davor geschafft…

Wal-Helikopter

Die (überraschend kurze!) fotogene Mollestrien-Straße.

Mollestrienstraße
Mollestrienstraße

Ein Café (ja, alles schweineteuer, Dänemark-Preise halt, trotzdem lecker) im quirligen Latin-Quarter.

Cafe im Latin Quarter Aarhus

Toll mit Kind: Der kostenlose Tierpark Marselisborg mit zahlreichen Hirschen und Rehen, und danach schräg gegenüber zum Varna Strand mit kleinem Wasserfall unter einer Brücke (wo der Dicke seeehr viel Zeit verbringen wollte) und einer weiteren, unendlichen (weil runden) Brücke direkt im Wasser. Ein herrlicher Ort!

Tierpark Marselisborg
Varna-Strand mit endloser Brücke
Varna-Strand mit endloser Brücke

Der Bellevue-Strand im Norden von Aarhus hat uns auch wahnsinnig gut gefallen – mit feinem Sand, langem Steg ins Meer, Kiosk, Toiletten und Spielplatz.

Bellevue-Strand Aarhus
Bellevue-Strand
Bellevue-Strand

Positiv überrascht hinsichtlich Sauberkeit, Komfort und super Bio-Frühstück hat mich das Danhostel Kalundborg. Der dazugehörige Spielplatz ist nicht der Rede wert, aber wir konnten tolle Spaziergänge mit Laufrad in der näheren Umgebung machen (Steine ins Wasser werfen kann schonmal einen ganzen Nachmittag füllen!). Begeistert waren wir vom Birkegardens Haver, einer Mischung aus liebevoll angelegten Gärten (das freut das Mama-Herz) und Spielplatz mit kleinen Traktoren plus Streichelzoo (das freut das Kinder-Herz). Hier kann man ruhig etwas mehr Zeit einplanen!

Birkegardens Haver

Wir hatten Glück, diese kleine Perle haben wir kurzfristig auf airbnb entdeckt und auch nur, weil es spontan eine Stornierung gab. So konnten wir ein paar Tage in Nykobing Sjaelland, 1 Autostunde nördlich von Kopenhagen, in einem kleinen Wochenend-/Ferienhäuschen verbringen, das superschön eingerichtet war und einen Garten mit Terrasse hatte. Zum Strand war es ein 5-minütiger Fußweg. Ließ sich aushalten da! Schade nur, dass das schöne Café und Speisehaus Maarbjerggaard, in einem idyllischen Bauernhof gelegen, eine geschlossene Gesellschaft erwartete, als wir dort schmausen wollten. Klang jedenfalls alles sehr lecker!

Wochenendhaus Nykobing
I like!

Bei meinem dritten Kopenhagen-Besuch haben wir uns aufs Kind konzentriert und sowohl Zeit in unserem schönen Tausch-Haus als auch in kinderfreundlichen Ecken der Stadt verbracht. Toll fanden wir Skydebanehaven mit Spielplätzen inklusive Wasser-Plansche sowie Mini-Autos zum Rumflitzen. Super Kaffee am Kiosk!

Skydebanehaven

Und während dem Mittagsschlaf des Kleinen konnten wir sogar in Ruhe und lecker im nahegelegenen Mads Koffee essen. Jaja, auch hier wieder: schweineteuer, aber bei all dem Gespare muss es manchmal einfach heißen: Gönn dir!

Auf Grund der Preise (zusätzlich zu dem knackigen Eintrittpreis zahlt man für jedes Fahrgeschäft extra) und dem wechselhaften Wetter haben wir hin und her überlegt, ob wir den Tivoli besuchen wollen. Im Nachhinein bin ich froh, dass wir es gemacht haben, denn die zwei Fahrgeschäfte, die der Dicke besucht hat, haben ihm riesig Spaß gemacht (für sein Alter gab es nicht allzu viele), zudem haben wir auf einem Piratenschiff gegessen und einen der tollsten Spielplätze überhaupt erkundet, mit einem auf einem großen Wal gestrandeten Schiff. Ein Besuch lohnt sich aber vermutlich noch mehr für ältere Kinder.

Piratenschiff Tivoli

Und auf dem Rückweg zur Fähre haben wir noch einen Abstecher an irgendeinen x-beliebigen Strand gemacht, um uns in einem x-beliebigen Café (Ka’nalu) mit Koffein einzudecken. Hach, Dänemark, wie sollte es anders sein: Es war traumhaft dort, und ich hätte heulen können, dass wir nicht länger bleiben konnten! Stattdessen fuhren wir zurück in den Backofen Berlin. Na ja, der nächste Urlaub wird im Kopf schon geplant 😉

Eine schöne Erinnerung will ich noch festhalten: Als wir einen Abend nach einem Tag am Strand auf der Terrasse vor unserem dänischen Ferienhäuschen saßen, den Mund voller Quesadillas und die Ohren voller Meeresrauschen, da kamen uns zwei Rehe im Garten besuchen, kamen ganz nah ran und zupften gemächlich die Blätter von den Bäumen. Und mein zweijähriger Sohn, während er so schmatzend dasitzt und die Tiere beobachtet, sagt unvermittelt: „Toller Tag.“ Da hatte ich ein bisschen Pipi in den Augen und dachte mir: Mann, haben wir doch alles richtig gemacht mit diesem Roadtrip.

Was für eine Art Familienurlaub machst du? Bist du eher Typ Camper, All inclusive oder Staycation? Ich freue mich über deinen Kommentar!

4 Erwähnungen in “Hej! Unser Roadtrip mit Kleinkind durch Dänemark

  1. Hi toller Beitrag! Finde ich toll, dass ihr das mit dem 2-jährigem Sohnemann macht! Danke für deine Eindrücke, Fotos und Tipps! Dänemark steht auf meiner Liste und ich werde sicher nochmal reinlesen wenn es soweit ist!
    Alles Liebe Clau von vintagebox.at

  2. Hallo, oh danke für die Einblicke. Kopenhagen bzw Dänemark stehen auch auf unserer Wunschliste. Leider weit weg vom Ländle… Wir machen seit einigen Jahren Haustausch und genießen genau die von dir beschriebenen Vorteile. In Paris hatten wir 120qm und eine Delonghi-Espressomaschine. Bei den Preisen im Café dort war der gute Kaffee „daheim“ echt Gold wert. Genial auch wenn man Brettspiele über Nacht stehen lassen kann. In Antwerpen hatten wir eine Hängematte und in Potsdam eine WI. Die Kinder haben das einen Mittag lang probiert. Seither ist das Thema vomTisch. Juhu. Euch weiterhin viel Glück mit Haustausch! Grüße, H.

    1. Danke für das Teilen deiner Erfahrungen! Klingt spannend, eure Trips! Und das merk ich mir mit der WI – wenn der Dicke irgendwann mal auf die Idee kommt, dass er was Bestimmtes haben will, was wir nicht befürworten, such ich mir eine Tauschfamilie, die das hat, und hoffe drauf, dass es so läuft wie bei euch 😉

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